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Malteser in Nord- und Ostwürttemberg

Schulinklusion

Eine Behinderung sollte für Kinder kein Grund dafür sein, nicht eine Regelschule besuchen zu können. Mit dem Schulbegleitungsdienst bietet der Malteser Hilfsdienst Kindern und Jugendlichen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Handicaps beste Chancen für eine qualifizierte und gleichberechtige Schulausbildung.


Die UN-Behindertenrechtskonvention verankert den Anspruch auf Inklusion in einem individuellen Menschenrecht des Kindes. Dieser Anspruch des Kindes kann nicht in Frage gestellt werden.


Inklusion muss positiv und fest in unserer Gesellschaft verankert sein. „Die Umsetzung steckt allerdings noch in den Kinderschuhen – Eltern sind hierbei mit vielen Widerständen konfrontiert“, weiß Sabine Scheiring; sie leitet den Schulbegleitungsdienst in Nordostwürttemberg.


Die Gesellschaft und die Politik sind gefordert, entsprechende Strukturen zu schaffen. Damit Kinder wie Moritz und Finia dieselben Chancen bekommen, einen guten Schulabschluss und damit den Einstieg ins Berufsleben schaffen. So wie jeder andere Mensch auch.


Ihre Ansprechpartner:

Sabine Scheiring

Tel. (07961) 910912
E-Mail senden

Aus der Praxis

An den nachfolgenden Beispielen von Moritz und Finia soll deutlich werden, dass Kinder mit Hilfe einer Schulbegleitung trotz körperlicher, seelischer oder geistiger Beeinträchtigung eine Regelschule besuchen können. Ziel der Schulbegleitung ist es, die schriftliche und mündliche Mitarbeit des Kindes im Unterricht individuell zu fördern, es bei der Begegnung mit seinen Mitschülern zu begleiten und in die Schulgemeinschaft zu integrieren.

Der dreizehnjährige Moritz sitzt in der ersten Reihe des Klassenzimmers. Die Hände des Gymnasiasten ruhen auf einer Holztafel mit Zahlen, dem Alphabeth und den Worten „ja“ und „nein“. Moritz kann nicht sprechen. Er  hat eine ausgeprägte Form von Autismus und kommuniziert nur mit Hilfe der Tafel oder eines Computers. Fühlt sich Moritz in einer Situation verunsichert, fahren seine Gefühle mit ihm Karussell. Eingespielte Rituale helfen dann, den Schulalltag zu bewerkstelligen und auch den Zugang in die innere Welt von Moritz zu finden.


„Moritz wäre in einer Förderschule total unterfordert“, weiß die Pflegedienstleitung des Mobilen Sozialen Dienstes, Sabine Scheiring. Der Junge ist intelligent, begreift komplizierte Sachverhalte. Doch ohne die intensive Betreuung eines Schulbegleiters wäre für ihn der Besuch eines Gymnasiums undenkbar

Auch Finia  wird in der Schule begleitet. Die Neunjährige kam als Frühchen zur Welt. Sie kann nur sehr eingeschränkt sehen. Manche Dinge, die für andere alltäglich sind, schafft das Mädchen nur mit äußerster Konzentration. Die Mitarbeiterin des Schulbegleitdienstes ist stets in der Nähe des Mädchens. Sie unterstützt das Kind, wenn es erforderlich ist, hält sich ansonsten jedoch zurück. Finia soll so frei und selbstständig wie möglich ihren Schulalltag bewältigen.

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